Das Traglastverfahren .

Dieses Kapitel soll eine kleine Einführung in die Berechnung nach dem Traglastverfahren sein .Lange Zeit wurde es nur als ein Speziallgebiet des Stahlbaues angesehen , da es hauptsächlich nur für den Bereich vorwiegend ruhender belasteter Stahlbaukonstruktionen angewendet wird und dies auch nur primär im Stahlhochbau .Da aber viele Zulassungsbescheide ect. als Grundlage ein Bemessungskonzept nach dem Traglastverfahren haben , ist ein Hintergrundwissen zwingend wenn man , mit derartigen Zulassungen arbeitet und die Sicherheit als solches ,bei einer wirtschaftlichen Bemessung einschätzen will .

Es kann und soll hier nicht das ganze Gebiet des Traglastverfahrens erklärt werden , (siehe hierzu unter Literatur )

Es soll jedoch für die gebräuchlichsten vorkommenden Fällen nocheinmal als kleine Wiederholung dienen und für den einen oder anderen eine kurze Einführung sein .


Grundsätzliches .

Betrachtet man einen Träger auf zwei Stützen mit einer Gleichstreckenlast und steigert die Last von Null an kontinuierlich , so wird irgendwann die Spannung an der Randfaser die Fließgrenze erreichen und sich ein zugehöriges Moment einstellen ,das sogenannte Fließmoment.Zur Vereinfachung wird selbiges gleich dem vollplastischen Moment (Mpl,y) gesetzt, welches unseren Grenzwert darstellen soll .Es wird sich in Feldmitte ein Fließgelenk einstellen welches keine weitere Steigerung der Last mehr zuläßt .Ist dieser Versagenszustand erreicht ,so ist nur noch eine weitere Verformung aber wie schon erwähnt keine Laststeigerung mehr möglich .

Wie muß man sich nun so ein Fließgelenk vorstellen ? Der Einflußbereich geht natürlich über die ganze Trägerhöhe , wobei in Trägerlängsrichtung das Fließgelenk einen Einflußbereich von ungefähr ~ b = 3* h erreicht , diese Angaben dienen natürlich nur um sich eine ungefähre Vorstellung machen zu können ,je nach Profiltyp und Lastart und weiteren Faktoren varieren diese Werte .Das Fließgelenk kann sich um einen Winkel 2ß verdrehen, während dieses Versagens ändert sich die Biegelinie und es stellt sich eine Änderung der Durchbiegung ein und exakt für diesen Zustand wird die Grenzlast ermittelt .

Darstellung der einzelnen Zustände .

(im folgenden bedeutet max.q =q,d=qGr)

1. - Darstellung der Biegelinie im elastischem Bereich .

2. - Darstellung der Biegelinie im plastischem Bereich.

3. - Änderung der Durchbiegung = Berechnungsmodell.

Es läßt sich folgende Arbeitsgleichung aufstellen .

Die Arbeit der äußeren Lasten beträgt :   q * L * L / 4 * ß

Die Arbeit der plastischen Momente ist : Mpl * 2 * ß

und somit --------------------------->   Mpl * 2 * ß = q * L * L / 4 * ß

erhält man das bekannte :                      qGr = max.q !

max.q = 8 * Mpl / L²

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